Freitag, 6. Mai 2011

Donnerstag, 28. April - Donnerstag, 5. Mai, Vancouver und Nanaimo

Eintrag aus: Internet Cafe Victoria

28.4.2011
Downtown/Granville Street und Pacific Centre erkundet

Spaet aufgestanden, die Nacht vorher war ja wieder im Bus gewesen.
"Fruehstueck" bei Taco Time und New York Fries im Food Court. Gegend erkunden: Malls und Granville Street. Internetcafe, Blog schreiben.
Abends treffen wir Jonas (kennt Domi von der Bundeswehr) und zwei seiner Freunde (eine Russe, ein Rumaene) in Johnnie Fox's Irish Snug. Beer, Snakebite and beer-battered fries. 
Recht grosses Polizeiaufgebot auf der Granville Street wegen der Hockeyspiels, die Canucks sind in den Play-Offs, sogar auf den Bussen steht auf der Anzeigetafel "Go Canucks, go!"


29.4.2011
Stadtrundgang, MEC
Fruehstueck bei Tim Hortons (da ist es guenstig, da kommen wir zu zweit mit 5-8$ weg).
Auf der Suche nach dem Mountain Equipment Coop haben wir eine City Sightseeing Tour gemacht, die ich wirklich empfehlen wuerde. Von Downtown Richtung Sueden die Seymour Street runter ueber die Granville Street Bridge nach South Granville, auf der Granville Street bis zum Broadway und von da Richtung Osten bis zur Cambie Street und ueber die Cambie Street Bridge zurueck nach Yaletown Richtung Downtown.
Wir waren in einigen Outdoorlaeden und haben dann im MEC eine Karte von Victoria Island und ein 2. Baerenspray gekauft; sicher ist sicher, lieber hat jeder eins. Im MEC konnte uns auch ein kompetenter Mitarbeiter vom West Coast Trail berichten (das sogar auf Deutsch). Ausserdem hat er uns auf die Idee gebracht den Juan dde Fuca Trail (http://www.trailpeak.com/trail-Juan-de-Fuca-trail-near-Victoria-BC-776) zu gehen. Das werden wir wohl auch tun, denn der ist vieol guenstiger als der West Coast Trail und von der Landschaft wohl sehr aehnlich (sie schliessen quasi aneinander an).
Abends Dinner im Johnnie Fox's, Nudeln fuer mich, beer-battered Fish and Chips fuer Domi.
Uebrigens wurde hier die Royal Wedding gross gefeiert, ueberall gab's irgendwelche Aktionen; in der BMO wurde zum Afternoon Tea mit Keksen eingeladen und eine Angestellte durfte mit silbernem Plastikkroenchen laecheln und winken - sogar ein Kamerateam war da.

30.4.2011
Grouse Mountain erklettert

Wie geplant waren wir heute auf dem Grouse Mountain und sind den Grouse Grind (http://www.grousemountain.com/Winter/vancouver-bc-hiking-trails-trips/) gelaufen.
Ausbahmsweise aufstehen mit Wecker, Tim Hortons Fruehstueck.
Danach zum Army & Navy Store (keine Ahnung warum der so heisst, da gibt's alles) um eine BC-non-tidal-non-resident-alien-annual-fishing-licence fuer 80$ zu kaufen. 
Auf dem Weg zur Waterfront kamen wir an Hills Native Arts vorbei, wo wir  auf Nachfrage eine Kette mit einer Baerenklaue fuer Domis Vater gefunden und zuruecklegen lassen haben.
Zum Grouse Mountain kommt man mit dem Seabus Northbound und dann mit dem Bus 236 fuer 2,50$.

Am Berg angekommen trafen wir auf haufenweise Ski- und Snowboardfahrer, die 1 1/2 Stunden warteten, um mit der Gondel hoch zu fahren.
Die erste Information von einer Besucherin war, dass der Trail gesperrt ist.
Wir sind kurz zum Wolfsgehege hochgelaufen und haben dann zwei sportlich wirkende Frauen angesprochen, die auch so aussahen, als wuerden sie lieber den Grouse Grind laufen als Gondel zu fahren. Die beiden bestaetigten, dass der Weg gesperrt ist und zeigten uns auch sofort den 'secret path', den alle laufen, um trotzdem zum Weg zu gelangen. 
Steil bergauf ging es durch den Matsch und ueber Baumstaemme und Wurzeln, spaeter auch durch Schnee. Nach ca. 1 1/2 Stunden, 853 Hoehenmetern und 2,9km wurden wir auf 1127m mit einer tollen Aussicht und 1 pound Fries und Beer belohnt.
Mir war der Rueckweg durch den sehr rutschigen Schnee runter nicht geheuer, also habe ich fuer 10$ ein Gondolaticket gekauft, Dominik wollte laufen und kam mir bei meiner Ankunft unten zitternd entgegen. Er ist in knapp 30 Minuten den Berg runtergerannt und war tatsaechlich vor mir da. (Inzwischen lassen ihn die Schmerzen in seinen Beinen die Aktion aber ein wenig bereuen ...)

1.5.2011
Stanley Park

Tim Hortons Fruehstueck. Wunderschoenes Wetter, Sonne und 20 Grad (fuer mich das erste Mal dieses Jahr).
Wie geplant haben wir den Stanley Park erkundet, wegen Domis Beinen mit dem Fahrrad. Schoene Tour, tolle Ausbilcke, aber viel zu viele Menschen, an einem Wochentag macht die Tour sicher mehr Spass. Nach 1 1/2 Stunden haben wir die Raeder wieder abgegeben und waren im Waterfront Centre essen. Abend wie gewoehnlich.

2.5.2011
Mall und Frisoer

Eigentlich wollten wir heute in den Chinesischen Garten. Oder besser gesagt: eigentlich wollten wir gar nicht mehr in Vancouver sein, obwohl uns die Stadt wirklich gut gefaellt.
Leider spielt das Wetter nicht mit und die Aussichten sind eher trueb. Regen, wolkig ...
Also waren wir in der Mall essen und ich habe mir fuer 28$ (mit Tax und Tip) meine Haare von einer netten Asiatin schneiden lassen, hat sie auch sehr gut gemacht, uns gefaellt's.
Ausserdem haben wir eine Telefonkarte gekauft, mit der man guenstig nach Deutschland telefonieren kann nur 2 Cent/Minute statt 8$ wie sonst an der Telefonzelle.
Am Mittwoch machen wir uns aber auf jeden Fall auf nach Vancouver Island.

3.5.2011
Chinese Park und English Beach

Heute haben wir die Telefonkarten getestet und jeder eine knappe Stunde nach Deutschland telefoniert.
Danach sind wir wie geplant Richtung Chinesischer Garten losgelaufen. Den Dr Sun Yat-Sen Chinese Park haben wir auch recht schnell gefunden, war auch ganz huebsch. der Dr Sun Yat-Sen Chinese Garden ist aber davon abgetrennt - fuer nur 14$ kann man ihn sich anschauen. Das war uns dann doch ein wenig zu viel.

Also haben wir uns wieder Richtung Downtown aufgemacht, haben Sushi (bzw. japanisch, Domi hatte Nudeln mit Huehnchen, ihr braucht euch nicht wundern ;) ) gegessen und Vancouvers West End erkundet, Davie Village und noch ein Viertel.

Das West End liegt am Wasser und wir sind noch ein wenig an der Promenade Richtung Stanley Park langspaziert.

Gegen Abend waren wir zurueck im Hotel und Domi hat aufgeraeumt, waehrend ich weiter am Blog geschrieben habe.
Zum Abendessen haben wir uns zum dritten Mal eine large Pizza fuer nur 11$ bei unserer Lieblingspizzeria um die Ecke geholt.
Packen soweit es geht, noch einmal Waesche waschen und schlafen.




4.5.2011
Fahrt nach Nanaimo, Vancouver Island
Camping auf dem Westwood Lake Campground

Heute haben wir uns wie geplant nach Vancouver Island aufgemacht. Nur 15 Minuten nach Checkout Time waren wir dann auch fertig und abmarschbereit, Domi hat sich mit dem Rucksack die zahlreichen Stufen heruntergequaelt (die Beine, ihr erinnert euch ...), dann gab es mal wieder ein Tim Hortons Fruehstueck. 
Zur Post, die Photo-CD Briefe mit alten Tickets an die 2 Zuhause auf den Weg gebracht.
Dann haben wir die Bushaltestelle fuer den 250/257 Bus nach Horseshoe Bay gesucht, von wo die Ferry geht. Eigentlich wollten wir noch was essen gehen, aber dann hat uns eine sehr gespraechige Frau angesprochen und gesagt, dass sie auch die 15h Faehre nimmt und jetzt schon losfaehrt. Also sind wir dann auch schon in den 250er Bus (scenic statt Express wie der 257er) eingestiegen. Dominik hat seinen Platz neben mir einer aelteren Frau ueberlassen, die daraufhin brav und zuverlaessig meinen Rucksack festhielt und uns per Jacke-Zupfen, Antippen oder Schlagen auf alles Sehenswerte aufmerksam gemacht hat. Auch in Horseshoe Bay hat sie uns nochmal alles ueberdetailiert erklaert hat(''wenn der Mann nach dem Ticket fragt, dann zeigt ihr ihm das hier'').
Mit uns fuhren noch ein paar andere Backpacker rueber, mit zweien (jeweils allein unterwegs) haben wir uns ein wenig unterhalten. Einer von ihnen, Harris aus Tennessee, sah aus wie Alex Supertramp aus Into the Wild,  war gerade durch Alaska und den Yukon nach Sueden getrampt und hat die Strecke in 9 Hitchhikes und Netto ca. 5 Tagen geschafft. Daher sind wir jetzt sehr zuversichtlich was unseren Abstecher in den Yukon angeht. Zur Not faehrt ja auch ein Greyhound Richtung Whitehorse. Nach gut 1 1/2 Stunden Ueberfahrt haben wir in Departure Bay Nanaimo angelegt.


Als erstes haben wir uns am Hafen bei einem Kajakverleih erkundigt, aber der Typ hatte keine Ahnung.

Wir sind Richtung Downtown gelaufen, waren im Nautical's Seafood Bar & Grill essen und haben von da aus beim Westwood Lake Campingground angerufen und den Weg erfragt. Auf den Bus zum Busterminal haetten wir lange warten muessen, darum sind wir einfach gelaufen, was relativ lang gedauert hat. Am Terminal angekommen haben wir dann erfahren, dass die 5 gerade weg ist, wann der Naechste kommt konnte man uns aber nicht sagen und Fahrplaene gab es auch keine (und das an der Hauptbusstation). Also haben wir uns hingesetzt, Sudoku gespielt und gewartet. Nach ueber einer Stunde und inzwischen im Dunkeln kam dann endlich um 21.07h die 5 und hat uns auf riesen Umwegen zum Campingplatz gefahren, wo wir gegen 21.45h endlich angekommen sind und eingecheckt haben. 
Zeltaufbau im Dunkeln und schlafen. Erste Nacht im Zelt.

5.5.2011
Westwood Lake Campground, Angeln, Spazieren, Gathering Room

Trotz Daunenschlafsack war mir ein wenig kalt, Domi war in seinem zu warm. Er war frueh fit und ist los die Gegend erkunden und Freuhstueck suchen. Ich habe weiter geschlafen.
Gegen 11h aind wir zur Rezeption gegangen, um fuer eine weitere Nacht zu zahlen (25$ ohne Tax weil bar gezahlt, die Betreiber sind wirklich nett, eine relativ junge Familie). Ausserdem haben wir einen anderen Platz erbeten, weil die 63 ziemlich duester war. Vor dem Fruehstueck sind wir dann noch nmit Sack und Pack auf 59 umgezogen, wo wir dann gemuetlich Haferflocken-Keks-Milch-spaetstuecken konnten.Danach sind wir mit der Angel zum See gelaufen. Ich habe sie ein paar Mal OHNE Koeder! reingeworfen (glaubt Domi nicht, wenn er was anderes behauptet), dann hat er geangelt. Nach kurzer Zeit fing es an leicht zu regnen, was sich bis abends mehrfach wiederholte.
Nach einer guten Stunde bin ich zurueck Richtung Campingplatz gelaufen, wobei ich einen Vogel mit Wurm im Schnabel sah. Als ich Doimi das mitteilte (um ihn darauf hinzuweisen, dass es scheinbar Wuermer dort gibt) rannte er auf den Vogel zu und jagte ihn bis dieser den Wurm fallen liess und er ihn triumphierend aufspiessen und ins Wasser werfen konnte. Spaeter haben wir wegen des Regens im Gathering Room Tuetensuppe gegessen und Darts und Billiard gespielt. Danach wollten wir eigentlich ein Kanu mieten, aber es war leider schon zu spaet. Wir sind dann einfach noch ein wenig um den See gelaufen und haben photographiert.
Ich bin dann noch fuer Abendessen und Fruehstueck an einer Tankstelle einkaufen gegangen, waehrend Domi sich noch einmal mit der Angel an den See gesetzt hat (kein Fisch).  


Westwood Lake, ganz klein rechts angelt Domi

Es gab Fettucini mit Tomatensauce, waehrend es langsam dunkel wurde und wir am Feuer sassen. Durch mein Rumgespiele mit einem gluehenden Ast kamen wir dann auf die Idee Licht-Schreib-Photos zu machen und haben uns damit ziemlich lange beschaeftigt. Vor allem Domi hat das Lichtmalen und -schreiben drauf. Es sind einige sehr coole Fotos dabei herausgekommen, so wie das hier:

Schlafen.

Dienstag, 3. Mai 2011

Sonntag, 24. April - Mittwoch, 27. April

Eintrag aus: Internetcafe, Vancouver
24.4.2011
Die Ankunftszeit in Calgary haben wir perfekt gewaehlt. Kurz nach Sonnenaufgang fuhren wir auf die im Sonnenlicht glaenzende Stadt zu, im Hintergrund die Rocky Mountains. Wieder waren wir sehr frueh da, gegen 7h. Deswegen sind wir erstmal in die Innenstadt gelaufen und haben tatsaechlich (natuerlich) ziemlich schnell ein Tim Hortons gefunden, wo wir fruehstuecken konnten. Andere Paerchen und Familien nutzten den Laden scheinbar zum Ostersonntagsfruehstueck ... komisch, aber von richtig schoenen Cafes haben die hier wohl noch nichts gehoert ...
Wir haben uns danach den Weg zum Flughafen erfragt; Bus, Bahn, Bus - die erste Busfahrerin hat uns die Fahrt zu Ostern geschenkt.
Am Flughafen (der uebrigens ziemlich cool ist) haben wir uns dann erstmal fuer 2 Stunden auf 2 Sesseln zusammengeraollt und geschlafen um Zeit tot zu schlagen bis wir das Auto abholen wollten. Gegen 12h sind wir dann im Foodcourt essen gewesen und gegen 14h zur Vermietung gelaufen. Nachdem der Hertz-Typ alles vorbereitet hatte (wir hatten uns einen GMC Denali ausgesucht, er wollte uns stattdessen einen Chevy Suburban geben), hat er dann ploetzlich gemerkt, dass er Domis Kreditkarte nicht akzeptieren kann, weil sie prepaid ist. Hertz in Thunderbay hatte damit komischerweise kein Problem.
Also haben wir dann die anderen Vermietungen abgeklappert, die aber alle keine SUVs an unter 25-Jaehrige vermieten. Letztendlich haben wir dann bei enterprise einen Nissan Altima gemietet, weil der mit 35$ pro Tag (plus Tax, Versicherung etc.) vergleichsweise wirklich guenstig war und uns alle Vermieter erzaehlt haben wir braeuchten keinen SUV wenn wir nur zu zweit sind und nach Banff wollen. Grosser Vorteil an dem Wagen: niedriger Verbrauch und unbegrenzte Kilometer (die wir mit 480km voll ausgenutzt haben). Nachteile: schlafen nur auf den Sitzen moeglich, kein SUV. Einen Gelaendewagen haette man auf der Strasse, die wir und ausgesucht haben naemlich gut gebrauchen koennen.


 Nach einem Einkauf im Real Canadian Superstore und im Real Canadian Liquorstore sind wir von Calgary Richtung Canmoer losgefahren, auf die Rockues zu.
Da sich der Reisefuehrer nicht entscheiden konnte, ob die Strasse, die wir fahren wollten 274 oder 742 heisst und das Navi sie ueberhaupt nicht gefunden hat, bin ich in Canmore schnell ins Informationcemtre gelaufen und habe dort auch Hilfe und gutes Kartenmaterial erhalten. Zudem gab mir die Frau die Auskunft, dass die Strasse etwas ausgewaschen sein koennte. So ausgeruestet sind wir dann Richtung Peter Lougheed Provincial Park losgefahren.
Die ersten schlammigen Schlagloecher haben nicht lange auf sich warten lassen, aber die Aussichten und die Landschaft waren grandios. Kurzzeitig kreiste ein Adler ueber uns.

Schlagloecher auf der Road 742 in Kananaskis Country

die Rockies

In der Sonne war die Strasse einigermassen befahrbar, aber an mindestens 3 Stellen war sie wirklich uebel und wir sind nur mit Glueck und Dank Domis Fahrfaehigkeiten nicht steckengeblieben. Von wegen man braucht keinen SUV ... der Nissan hat ganz schoen gelitten und war saudreckig. Aufgesetzt haben wir auch ... Die Fahrt war schon ein Abenteuer, ziemlich aufregend und nervenaufreibend ... Adrenalin.
Dann stand hinter einer Kurve noch ploetzlich ein Elch in ca. 200m Entfernung auf der Strasse. Wir sind langsam rangefahren und haben versucht ihn nicht vor uns her zu jagen. Wir hatten naemlich zufaellig vorher in einem youtube-Video gesehen, was passiert, wenn man einen Elch mit dem Auto jagt und zu dicht auffaehrt: er dreht den Spiess um und mit so einem Tier ist nicht zu spassen. Unsere Muehe wurde zunichte gemacht, als aus der Gegenrichtung 2 Autos kamen. An beiden Seiten der Strasse lagen etwa 1 1/2m Schnee, der Elch war eingekesselt. Nach einem hlabherzigen Versuch rechts durch den Schnee zu klettern, entschied er sich dann doch lieber auf unser Auto zu zu laufen. Ich kann euch sagen, dass man doch etwas nervoes wird, wenn so ein Tier auf einen zulaeuft, auch wenn man im Auto sitzt. Der Elch ist naemlich groesser als ein Nissan ... Zum Glueck hat er sich aber nicht fuer einen Angriff entschieden sondern ist links an uns vorbeigelaufen. Jetzt haben wir gute Elch-Nahaufnahmen und insgesamt schon 3 gesehen.
Langsam wurde es spaet und wir haben uns auf die Suche nach einem Campingplatz gemacht, was nicht so einfach ist, weil die meisten Plaetze erst Mitte Mai oeffnen. Viele Strassen waren noch dick zugeschneit. Letztendlich haben wir dann auf dem Mount Kidd Camping Ground gehalten. Das Buero hatte schon zu, also haben wir zum kochen und essen erstmal hinterm Waschhaus geparkt. Zum Schlafen haben wir uns dann einfach auf den Hauptparkplatz gestellt (hauptsaechlich um naechtlichem Baerenbesuch zu entgehen).

 

25.4.2011
Trotz nur etwa 0 Grad Aussentemperatur war die Nacht im Auto doch recht bequem und warm. Wir waren ziemlich freuh wach und haben uns gegen 8h mit dem Auto auf die Suche nach einem schoenen Fruehstuecksplatz gemacht. Den perfekten Platz haben wir dann am Barrier Lake unterhalb des Mount Baldy gefunden. Nachdem mir die Haferflocken draussen fast wieder aus dem Topf geflogen und meine Haende fast abgefroren sind, haben wir im Auto gefreuhstueckt. Nach ein paar Fotos haben wir uns dann langsam auf den Rueckweg Richtugn Calgary gemacht.

Fruehstueck am See

Dabei sind wir noch kurz am Olympia Park vorbeigefahren und haben das Auto noch zur Hotelsuche genutzt, um nicht spaeter mit den Rucksaecken vom Flughafen zurueckfahren zu muessen.
Waehrend der Hotelsuche haben wir eine enterprise-Filiale Downtown entdeckt und haben nach dem einchecken im Sandman Hotel versucht das Auto dort zurueckzugeben. Weil uns das aber nochmal 50$ gekostet haette (warum auch immer) haben wir es dann doch selber die 15min gefahren. Dort haben wir m Montanas gegessen (Domi hat ein super Steak (4 von 5 Sternen) gegessen). Mit Bus, Bahn, Bus dann wieder zurueck zum Hotel.

Calgary

26.4.2011
Nachdem wir von dem Wecker mit einem furchtbaren und lauten Piepston um 5h geweckt worden waren(ich wette danach war das ganze Hotel wach), haben wir uns entschieden doch erst den Bus um 12.45h und nicht wie geplant um 7.45h nach Vancouver zu nehmen. 4 Stunden weiterschlafen, Haferflocken-Keks-Fruehstueck im Bett, auschecken, zur Station laufen, Internet, Abfahrt nach Vancouver. Canmore, Banff, Lake Louise ...
Mittagessen im Husky irgendwo, nochmal die Uhr eine Stunde zurueckstellen, jetzt sind es 9 Stunden Unterschied zu Deutschland.
Nachts um 22h eine Stunde Zwischenstop in Kelowna. Wir schauen uns bei den umliegenden Autohaendlern um und kaufen eine Dose Bier, fuer die jeder von uns 2 pieces of ID vorweisen muss. Alkohol darf man hier ab 19 trinken.
Gefahren hat uns der Weihnachtsmann. Von wegen Nordpol, der fährt im Sommer Bus um das Geld für die Geschenke zu verdienen!



27.4.2011
Ankunft in Vancouver bei Regen um 5am. Die Baenke in der Station sind dumm gemacht, also kein weiterer Schlaf. Dafuer total ueberzuckerter MC Donals Kaffee.
Naechster Punkt: Unterkunft suchen. In der Station gibt es einen coolen Informationsautomaten, wo man per Touchscreen alles moegliche suchen und dann auch direkt ueber das Geraet anrufen kann. Bloed nur, dass die meisten erst gegen 10h oeffnen. Also haben wir die Guenstigsten rausgesucht, uns hinten in die Ecke gesetzt, Gitarre und mit dem Flummi gespielt und gewartet. Zwischendurch schonmal ein wenig durch Chinatown gelaufen. Nachdem ich in einigen Hostels angerufen hatte, haben wir uns erstmal fuer das Billigste (35$) entschieden und sind hingelaufen.
Der erste Eindruck von Zimmer, Hostel und Btreiberin war zwar nicht so gut, aber wir haben erstmal unsere Sachen da gelassen; sie wollte das Zimmer noch sauber machen, so gegen 12h koennten wir wieder kommen. Je laenger wir drueber nachgedacht haben, desto weniger erschien es uns ertraeglich dort zu wohnen, also haben wir uns nach was anderem in der Naehe umgeschaut und uns schliesslich fuer das St. Clair Hostel/Hotel nur eine Ecke weiter entschieden, was sich als sehr gute Entscheidung herausgestellt hat. Das erste Hostel war einfach nur dreckig und heruntergekommen, ich bin sicher, dass sie das Bett nicht neu bezogen sondern nur gemacht hat und selten, wenn ueberhaupt, putzt. Drinnen darf man rauchen und die meisten anderen Gaeste sahen aus wie irgendwelche Junkies. Ausserdem hingen ueberall komische Zettel rum; "wir haften nicht, wenn irgendwas gestohlen wird, macht Kopien von wichtigen Dokumenten", "no sex in dorms, only in sex room", "if you recommend the hostel on hostelz.com you get 20$" ... alles in allem vollkommen unserioes, wir werden auch noch eine Bewertung schreiben, fuer die sie uns sicherlich keine 20$ geben wuerden.
guenstig Pizza gegessen und leckeren Riesenmuffin + Latte fuer 5$.
Chinatown und Gastown gesehen.

Dominik ist uebrigens aufgefallen, dass wir noch keinen wirklichen Unfall gesehen haben und das bei ca. 4500km auf dem Highway quer durch Kanada.

Mittwoch, 27. April 2011

Mittwoch, 20. April - Samstag, 23. April (1 Woche unterwegs)

Eintrag aus: Internetcafe, Vancouver

20.4.2011
Nach einer recht schlaflosen Nacht im Bus sind wir um 8.30h in Thunder Bay angekommen (10 Stunden Fahrt). Am erstaunlichsten an der Fhrt fand ich, dass ab Wawa eine geschlossene Schneedecke von ca. 10 cm lag; den angekuendigten Schneesturm haben wir aber irgendwie verpasst.
In der Greyhound Station habe ich dann bei 5 Autovermietungen angerufen, bis Hertz mir mitteilte, dass wir einen Minivan mieten koennen, 150$ fuer einen Tag. Die Zeit bis der Shuttlecarfahrer uns abholen konnte, haben wir freuhstueckend bei Tim Hortons verbracht (ich steh uebrigens auf die Real Fruit Smoothies). Unser Leihwagen war ein goldener Dodge Grand Caravan. Damit sind wir erst zu Walmart gefahren, Abendessen einkaufen und uns darueber aufregen, was die Leute fuer ungesunden und unnoetigen Kram kaufen. Danach noch ein kurzer Stoip beim LCBO (Alkohol kriegt man hier nicht nicht einfach so am Kiosk oder im Supermarkt, dafuer muss man in Ontario zum Beer Shop oder zum LCBO und mindestens 21 muss man natuerlich auch sein, photo ID required).
Damit waren wir dann bereit zum Sleeping Giant Provincial Park zu fahren. 100kn/h max. auf dem Highway und ich bin das erste Mal Automatik gefahren. Ziemlich langweilig, vor allem mit Tempomat. Im Park hat es dann nicht lange gedauert bis wir die ersten Rehe gesehen haben (insgesamt waren es am Ende ueber 40, man musste beim Fahren wirklich aufpassen).
Die Hauptstrasse war geraeumt, aber in den Seitenwegen lag teilweise noch Schnee. So haben wir dann auch Kelsey und Stef getroffen, die mit ihrem Auto steckengeblieben waren. Nachdem wir es auch zu viert nicht geschafft haben das Auto frei zu schieben (ein paar Meter haben wir es aber immerhin bewegen koennen), haben wir die beiden dann zum Truckstop ''in der Naehe'' (20km) gefahren. Sie wollten uns dafuer unbedingt etwas geben, so haben wir uns 20$ verdient. Wir sind dan wieder in den Park gefahren, haben uns umgeschaut, Wasser gefiltert, fotografiert und einen Schkafplatz gesucht. Den haben wir dann an einem See gefunden. Es gab auch eine Bank, auf der wir kochen und essen konnten, auch wenn es sehr kalt war. Geschlafen haben wir im Auto, in den meine luftmatratze knapp und Domis knapp nicht gepasst hat. Auch die Nacht war ziemlich kalt, das Auto war irgendwie schlecht isoliert (bei Minusgraden), aber dafuer war die Aussicht wunderschoen.
Insgesamt haben wir abgeseen von den Rehen noch 1 Weisskopfadler, 1 Fuchs, 2 Stinktiere, noch 1 grossen Raubvogel, einige Streifenhoernchen und Huehnchenvoegel gesehen.




21.4.2011
Nach einem Haferflocken-und-Schokocookie-Fruehstueck im Auto sind wir wieder nach Thunder Bay gefahren. Nachdem wir das Auto gegen 12h wieder abgegeben hatten, hat uns Dan, einer der Mitarbeiter, noch ein wenig durch die Stadt gefahren und uns schliesslich an der Mall abgesetzt. Da haben wir dann den Tag essend und hin und her laufend verbracht. Vor den Washrooms wurde Dominik von Lil, einer 91-Jaehrigen angesprochen, die uns zu unserer Tour befragt, vom Krieg (we used to say "a dead German is a good German" isn't that horrible?) und von sich erzaehlt hat. Dann hat sie noch gesagt wir sollten Manitoba von ihr gruessen, da laege ihre ganze Familie, sie waera die juengste von 9 und dass sie geheiratet hat als sie so alt war wie ich.
Wir werden ueberhaupt viel angesprochen, wo wir herkommne, wo wir hingehen und bekommen viele positive Reaktionen.
Gegen 21h haben wir dann in Thunder Bay den Bus Richtung Winnipeg genommen.

22.4.2011
 Die Nacht im Bus war wieder relativ unbequem und schlaflos. Die Fahrt durch Winnipeg zum Busdepot am Flughafen hat uns zu der Entscheidung gefuehrt direkt weiter nach Regina zu fahren. Winnipeg sah nicht sehr ansprechend aus, ausserdem hat es geregnet. Also haben wir nur kurz am Flughafen gefruehstueckt (natuerlich bei Tim Hortons ...), dann auch den Tag im Bus verbracht und die Weite der der Praerien von Manitoba und Sasketchewan bestaunt. Es stimmt, es ist flat, weit und wenig abwechslungsreich, Felder wohin man schaut, zur Zeit vielfach ueberflutet. Aber auch Ruths Beschreibung hat sich bestaetigt, der Himmel ist riesig und die Weite faszinierend.
Nach 1300km im Bus waren wir dann gegen 18h in Regina. Da haben wir dann ein wenig herumtelefoniert und Hotelzimmerpreise erfragt, nur um dann letztndlich in das Wingate bz Wyndmore Hotel direkt gegenueber von der Busstation zu gehen, unser bisher tollstes Hotel mit grossem Zimmer, Bad und einem riesigen Kingsize Bed. Abendessen waren wir 2 Blocks weiter.

23.4.2011
Zum Fruehstueck gab es ein super Continental Buffet mit frischen Waffeln, Ruehrei, Muffins, Bagels, Tee, Saft, Kaffee, Yoghurt, Muesli, Obst ... sprich wirklich gut. Wir haben zugeschlagen, es war ja schliesslich im Preis inbegriffen und unbegrenzt. Da wir schon um 11h aus dem Zimmer mussten, der Bus aber erst abends um 20h fuhr, haben wir die Rucksaecke an der Rezeption abgegeben (koerperlich ziemlich anstrengend fuer den armen kleinen Inder ...) und sind durch Regina gelaufen.
Zuerst haben wir das Internet in der Public Library genutzt, um ein Auto in Calgary zu reservieren, dann sind wir letztendlich wieder in einer Mall gelandet - essen, rumsitzen, window-shopping. Zur Mall faellt mir gerade noch ein, dass es hier nicht nur 'Men' und 'Women' sondern auch 'Family' Washrooms gibt und dass auch auf den Maennerklos Wickeltische angebracht sind. Finden wir gut.


Abgesehen davon sind Malls wundervolle Orte um Menschen zu beobachten und zu kommentieren, was wir dementsprechend ausgiebig tun. Viele Leute scheinen hier wirklich nichts besseres zu tun zu haben als sich in der Mall zu treffen, herumzusitzen und zu essen...
20h Abfahrt nach Calgary - eine weitere Nacht im Bus.

Donnerstag, 21. April 2011

Sonntag, 17. - Mittwoch, 19. April 2011

Eintrag aus: Greyhound Busstation, Thunder Bay

17.4.2011
Nachdem wir uns Samstag wegen des Regens dazu entschlossen hatten erst Sonntag aufzubrechen, machten wir uns Sonntag gegen 10.30h im Schnee auf.
Um 12.10h haben wir ab Union Station den GO train nach Barrie genommen. Die Fahrt ging durch Schneesturm und Sonnenschein. Nach einem Umstieg in Newmarket waren wir um 14.25h in Barrie. Nachdem wir uns dort ein wenig orientiert hatten, haben wir uns dann zu Fuss zum Highway 400 aufgemacht, um uns das erste Mal im Trampen zu versuchen. Hat gut geklappt, nach nur ca. 10 Minuten wurden wir von Kendra und Laurie mitgenommen (auf jeden Fall juenger als wir, hoechstens 19 schaetzen wir). Die beiden waren ziemlich aufgedreht und fanden es furchtbar aufregend Deutsche im Auto zu haben ("Oh my God, I've got Germans in my car" *quietsch*). Die Fahrt ging wieder durch Schneesturm und Sonnenschein. Wir haben tatsaechlich 2 Moose gesehen (nacheinander),  ganz nah am Highway, worueber Kendra so aufgeregt war, dass sie zurueckfahren wollte, um ein Foto zu machen, weil sie noch nie ein "live moose" gesehen hat. Laurie hat nur gefragt warum, die waeren doch "wet and ugly". Also sind wir weitergefahren und waren gegen 16.20h in Parry Sound. Wir haben uns dann aufgrund des Wetters (Schnee und Sturm) dafuer entschieden dort zu bleiben und ins Hotel zu gehen. Wir sind zurueck zum Comfort Inn gelaufen, haben eingecheckt und waren - wir es sich in Amerika gehoert - bei Mc Donalds im Walmart essen und Kekse und Milch kaufen.
Ein erfolgreicher erster Tag, 250km geschafft.


18.4.2011
Nach einem nicht ganz so tollen Fruehstueck wie erwartet (keine Croissants wie behauptet; dafuer haben wir einige Tueten Kakaopulver mitgehen lassen, fuer 90$ find ich das ok) haben wir uns um 10.30h auf den Weg zum Highway gemacht. Es war verdammt kalt und windig, mit Windchill bestimmt -9 Grad, auch wenn nach einiger Zeit die Sonne rauskam. Die Autofahrer waren diesmal leider nicht sofort so mitnahmewillig, aber nach 2 Stunden und mit erfrorenen Daumen hat uns dann Lauren (Mitte 60) von Manitoulin Island, der groessten Suesswasserinsel der Welt im Lake Huron, mitgenommen.Ich durfte ihren Obstsalat essen und beim Aussteigen hat sie mir noch ein Apple Danish von Tim Hortons fuer Domi in die Hand gedrueckt. Die Fahrt ging ueber den Highway 69. Um ca.15Uhr hat sie uns in Sudbury am Highway bzw. an der Auffahrt zum Highway 17 rausgelassen. Diesmal hat es wieder nur ca.15min gedauert bis wir mitgenommen wurden. Auch wenn sie, Margaret, an die 70, erst nur gesagt hat, dass sie nach Lively faehrt, stellte sich heraus, dass sie in Massey wohnt, die Stadt, die wir uns als optimale Tagesetappe erdacht hatten. Als wir nach 2 kurzen Zwischenstopps angekommen sind, hat sie uns ihren Wohnwagen gezeigt und gesagt wir koennten doch darin schlafen, es waere zu kalt das Zelt im Garten aufzuschlagen. Auch ihr Mann, Roland (Roly) war sehr hilfsbereit, legte uns den Strom in den Wohnwagen, brachte einen portablen DVD-Player und einen kleinen Heizluefter. Danach fuhr er mit uns zum Fluss, wo die Maenner ein wenig die Angel ins Wasser gehalten haben.
Nachdem wir das erste Mal 2 Fertiggerichte auf dem Kocher gemacht hatten, sind wir noch zu ihnen reingegangen und haben amerikanische Fernsehshows geschaut. Nachts haben sie das Haus fuer uns aufgelassen, damit wir das Gaeste-WC benutzen konnten. Morgens gab es Kaffee und Fruehstueck. Margaret hat darauf bestanden fuer uns abzuspuelen. Wirklich 2 super liebe Menschen, bei denen wir auch auf dem Rueckweg wieder vorbeischauen duerfen.
Eine ganz tolle Erfahrung und wieder 260km gemacht. 510km in 2 Tagen.




19.4.2011
Nachdem wir ein wenig verschlafen um ca. 12h bei Margaret und Roly gefruehstueckt und alles aufgeraeumt hatten, haben wir uns gegen 12.30h an den Highway 17 gestellt. Diesmal hat es wieder etwas laenger gedauert bis wir mitgenommen wurden. Entgegen unserer bisherigen Statistik war es diesmal ein Mann Mitte 40, der uns nach 2 Stunden Warten mitgenommen hat (ich habe leider vergessen nach dem Namen zu fragen). Er faehrt geschaeftlich durch ganz Kanada und macht im Jahr 50-60.000km/ Er konnte uns bis Sault (sprich: su) St. Marie mitnehmen und uns auch wertvolle Tipps zum Trampen geben, naemlich dass es schwer ist von Sault nach Thunder Bay zu trampen. Er riet uns entweder einen Leihwagen zu nehmen oder mit dem Greyhoundbus  zu fahren. Da der Mietwagen mit 840$ fuer 3 Tage doch etwas zu teuer war, haben wir uns fuer den Greyhoundbus entschieden und jeder einen Discoverypass fuer 7 Tage fuer 2 Personen (555$ inkl. Tax) gekauft. Damit koennen wir jetzt schnell bis nach Vancouver kommen. Es ist hier einfach noch zu kalt um grossartig was zu unternehmen, in BC ist es schon waermer. Hier die Gegend schauen wir dann auf dem Rueckweg an. Zu "kalt" muss ich erklaeren, dass viele Seen noch zugefroren sind und vielfach zumindest stellenweise Schnee liegt.
Nach einem guten Abendessen im Miou (oder so aehnlich) in Sault (Pizza - small, aber riesig -, Pommes und Pasta zur Feier unseres 5-monatigen) haben wir uns dann um 23.25h in den Bus nach Thunderbay gesetzt.
In Sault hatten wir 700km geschafft.

Freitag, 15. April 2011

Auf geht's - letzter Eintrag aus Toronto

Es ist soweit, morgen machen wir uns auf den Weg - trampend!
Nachdem die Hochrechnung für die Autoversicherung 4500$ nur für mich ohne Zusatzfahrer betragen hätte, haben wir uns mehr oder weniger schweren Herzens gegen ein Auto entschieden. Jetzt wird Kanada von uns also zu Fuß, trampend, in Bus, Bahn, Kanu und evtl. auch im Leihwagen erkundet. 

Die Rucksäcke sind gepackt, daraus werden wir die nächsten 3 Monate leben:
Bärenspray, Billiggitarre, Plane, Zelt, Schlafsäcke, Isomatten, Wasserfilter, Kocher ... alles drin :)

Ihr könnt gespannt sein woher der nächste Eintrag geschrieben wird, wir sind's auch :) Der Laptop bleibt jedenfalls aus Gewichtsgründen in Toronto, wir sind also auf Internetcafés angewiesen.

Jetzt wird geschlafen, denn morgen geht's früh los, mit dem Zug nach Barrie und von da aus ...

PS.: Blöder Regen ... da warten wir doch lieber bis Sonntag. Aber morgen geht's wirklich los, egal was kommt!

Montag, 11. April 2011

Letzte Praktikumswoche

Am Samstag den 2.4. ist Dominik mit nur ein bisschen Verspätung angekommen, Huse und ich waren das Empfangskomitee am Flughafen.
Sonntag haben wir dann das erste Auto angeschaut, ein 1993 Ford Explorer. Sah alles soweit ganz gut aus, eigentlich wollten wir ihn kaufen, dann mussten aber noch die Radlager erneuert werden, der mechanic kam nicht in die Pötte und nicht an die Ersatzteile ... ich hab jeden Tag der Woche neu angerufen, um zu hören, was jetz ist und seit Freitag wissen wir, dass es nichts wird. Dabei klang das alles so gut, er (ein 23-Jähriger, wir haben uns beide bei der Vorstellung den Namen nicht gemerkt ...) wollte den Wagen im Juli evtl. zurückkaufen, den Verkauf als Schenkung darstellen zum Steuern sparen ... na ja, ist jetzt halt nix. Wir haben noch zwei weitere Autos angeschaut und hoffen jetzt, dass uns morgen früh mitgeteilt wird, das der 1996 Chevy Blazer durch die Safety ist und wir ihn anmelden und versichern können. Dann geht es hoffentlich am Mittwoch los ...

Am Dienstag war die German International School zu Besuch am Institut, erst hat Ruth etwas zum Goethe-Institut erzählt, dann gab es zwei Filme zur Auswahl "Wickie und die starken Männer" und "Herr der Diebe", dazu Pizza. Dominik wurde im Institut auch sofort tatkräftig eingebunden und durfte die verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen, Büchereisticker auf Lesezeichen zu kleben. Ich habe nicht mehr viel gearbeitet und hatte auch Montag und Freitag frei. 

Mittwoch hat Ruth uns beide zum Essen eingeladen, wir waren bei Jack Astor's (ein Minirock-und-tiefer-Ausschnitt-Restaurant, gehört wohl dazu: http://www.jackastors.com/index.aspx). Das Essen war gut, ich hatte OPA Pizza (oder so ähnlich), Domi Beer Fish and Chips (war wohl gut bzw. "echt lecker, das beste fish and chips was ich je gegessen hab", mit a little taste of beer). Wir werden also wohl nochmal hingehen. Dabei hat Ruth uns ganz viele Tipps für unsere Tour gegeben, sie hat eine ähnliche Reise mit ihrem Mann gemacht (allerdings in einem Monat). Sie ist auch unsere Notfall-Ansprechpartnerin in Kanada und ich darf meine Koffer bei ihr bis Juli unterstellen.

Donnerstag waren wir nach der Arbeit  bei Amelie zum Backen für unsere Abschiedsfeier am Freitag. Nachdem wir erst versucht haben, die richtigen, echten Zutaten für Käsekuchen zu finden lief es dann doch auf "No Bake Cheese Cake" und Backmisch-Schoko-Muffins hinaus. Offiziell haben wir "selber gebacken" (was ja auch stimmt) und alle waren ganz begeistert. Danach waren wir abends noch auf einem Vortrag im Ontario College of Arts and Design (http://www.goethe.de/ins/ca/tor/ver/en7078294v.htm) und dann Amelie's Praktikanten-Nachfolger und einem Freund von ihm in einer Jazz-Bar essen. Ich hatte einen Veggie-Burger, der war echt ganz gut.

Freitag sind wir dann um 14h (nach ausgiebigem Pancake-"Frühstück" gegen halb eins) zur Abschiedsfeier ins Institut gefahren, da gab es dann unseren Kuchen, ich habe auf Anfrage noch ein Lied vorgespielt, Amelie und ich bekamen noch eine Karte und einen Goethe-Institut-USB-Stick, dann war das Praktikum vorbei.

stolze Kuchen"bäckerinnen"

Samstag haben wir den Chevy angeschaut, Verkäufer ist ein sympatischer italienischer Familienvater, der in der Nähe der Eglington Station wohnt. Auf dem Rückweg sind wir beim Irish Pub vorbeigelaufen und haben tatsächlich noch die Session mitgekriegt.

Gestern war ein langer Tag. Wir sind spät aufgestanden und mit der Subway zur Yorkdale Station gefahren, um einen 1999 Ford Explorer anzuschauen (der leider nix war). Danach sind wir dann etwa 4 Stunden durch Downtown gelaufen, haben eine Angel und ein Navy gekauft und sind über Chinatown und Kensington zur Ossington Avenue gelaufen (den Weg haben wir etwas unterschätzt und mussten uns ziemlich beeilen), wo wir uns mit Amelie zum Abschiedsessen in der (laut Hannah) besten Pizzeria überhaupt treffen wollten. Die hatte aber gerade keinen Platz und eine halbe Stunde konnten wir nicht warten, also waren wir im Endeffekt mexikanisch essen, war aber auch gut. Von da sind Domi und ich dann Richtung Bloor Street, Lee's Palace (http://leespalace.com/), geeilt, denn ich hatte ja Karten für's Phosphorescent-Konzert. Obwohl wir erst über eine Stunde
nach der auf dem Ticket angegebenen Zeit da waren hatte noch nicht einmal die Vorband gespielt. Die Angel musste übrigens am Eingang hinter der Tür auf uns warten ...
Das Konzert war wirklich gut, die Vorband (Namen haben wir nicht verstanden, aber ich hab's grad ergooglen bzw. eryoutuben können: Evening Hymns http://www.myspace.com/eveninghymns) klang gut und Phosphorescent (http://www.myspace.com/phosphorescent) hat uns auch sehr gut gefallen.
Für euch gibt's natürlich wieder Videos:
 "Dead Deer" von Evening Hymns

 "A Picture of Our Torn Up Praise" - Phosphorescent

Wieder ist viel passiert, ich könnte noch einiges mehr schreiben, aber ich denke ihr habt auch so wieder einmal genug zu Lesen :)
Wir werden jetzt jedenfalls kochen (Spaghetti Bolognese, bzw. Spaghetti mit Auberginen-Tomatensauce, dazu ein schöner Wein aus Ontario). 
Ich vermute, ich werde noch einmal kurz schreiben, bevor es losgeht und ab dann kommen die Einträge von der Tour. 
Bis dann, Anna und jetzt auch Domi

Freitag, 1. April 2011

Toronto Concert Orchestra in Concert

Ausnahmsweise mal wirklich ein kurzer Eintrag. Ich war gerade (also am Freitag Abend, denn obwohl die Zeitanzeige hier im Blog was anderes sagt, ist es gerade 02:25) mit Amelie, Stephi, Mischa, Hannah, ihrer Cousine und deren Freund bei einem klassischen Konzert im Phoenix Concert Theatre Toronto (http://www.libertygroup.com/phoenix/phoenix.html, der Phoenix erinnerte mich irgendwie sehr an den Bundesadler ...). Gespielt wurde Dvorak's 9. Symphonie "Aus der neuen Welt" und Rachmaninov's 2. Klavierkonzert vom Toronto Concert Orchestra (http://www.torontoconcertorchestra.com). Die Tickets (eigentlich je 30$) hatten wir von Venuta geschenkt bekommen, die sie von einem ihrer Sprachschüler hatte, der entweder mit der Location oder dem Orchester irgendwas zu tun hat.

Es war wirklich sehr schön. Einziges Manko: "NO CHAIRS". Das hatte der Security-Mensch vor Einlass mehrmals laut gerufen, um uns darauf vorzubereiten, dass es "NO CHAIRS" gibt. "Repeat after me: There are NO CHAIRS! Don't take it out on me, don't take it out on the staff, there are NO CHAIRS ..." Also gute 3 1/2 Stunden stehen (20h Einlass, Beginn um 21h, 30minütige Pause). Aber hey, warum nicht auch mal ein Klassikkonzert im Stehen hören.
Sogar der Weihnachtsmann hat mitgespielt - an der Bratsche. Er saß in der ersten Reihe, hatte einen weißen Bart und weiße Haare und trug über seinem runden Bauch ein rotes T-Shirt (ein Foto habe ich leider nicht, er bleibt also eurer Phantasie überlassen).

Jetzt sitze ich auf meinem Bett und höre die Symphonie noch einmal auf youtube an, das dürft ihr jetzt auch, wenn ihr wollt, ich geb euch mal den Link zum 1. Teil: http://www.youtube.com/watch?v=VNg0YaQlfxc&feature=related

Nun, gute Nacht, ab morgen Abend gegen 20h bin ich nicht mehr allein hier :)